PV-Anlage versichern: Tipps für Unternehmen

Das sollten Unternehmen zu Photovoltaik-Versicherungen wissen
March 11, 2025
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Firmen mit eigener PV-Anlage profitieren langfristig von ihrer Unabhängigkeit von der öffentlichen Stromversorgung. Sie sind weniger an die schwankenden Kosten für Strom aus der öffentlichen Versorgung gebunden und präsentieren sich gleichzeitig als nachhaltig agierendes Unternehmen auf dem Markt. Umso wichtiger ist die Lebensdauer Ihrer Solaranlage – und eine gute Versicherung, die im Schadensfall aufkommt. Warum eine Versicherung für Ihre Solaranlage sinnvoll ist und was Sie beachten sollten, lesen Sie im Folgenden.

Warum Sie Ihre PV-Anlage versichern sollten

Photovoltaik für Unternehmen gewinnt zunehmend an Bedeutung – und das zu Recht. Neben der Kostensenkung durch eigene Stromerzeugung und der steigenden Unabhängigkeit von der öffentlichen Versorgung, helfen Solaranlagen auch dabei, die Umwelt zu entlasten. Nichtsdestotrotz ist die Investition für Unternehmen zunächst mit hohen Kosten verbunden und sollte sich deshalb lohnen. Was tun, wenn Hagel oder Stürme die Photovoltaikanlage beschädigen? Was, wenn ein Modul unerwartet ausfällt oder ein technischer Defekt teure Reparaturkosten nach sich zieht? Ganz einfach: Sie sollten Ihre Solaranlage versichern. So können Sie nicht nur Ihre PV-Anlage absichern, sondern auch Ihren Geldbeutel.

Welche Versicherung für Ihre Solaranlage sinnvoll ist

Da Solaranlagen mittlerweile ein fester Bestandteil auf vielen Dächern sind, nimmt auch die Anzahl der Versicherungen kontinuierlich zu. Umso schwerer fällt es, die passende Versicherung für Ihre Photovoltaikanlagezu finden. Wir haben Ihnen an dieser Stelle einige wichtige Informationen zur Wahl der Versicherung zusammengetragen.

Photovoltaik absichern: Versicherung mit Spezialschutz

Sie können für Ihre Solaranlage eine eigenständige Photovoltaikversicherung abschließen, die einen maßgeschneiderten Schutz für Ihr Energiesystem bietet. Eine solche Versicherung deckt in der Regel neben Sachschäden auch finanzielle Verluste durch Ertragsausfall ab. Schäden durch Sturm, Hagel und Überspannung gehören meistens ebenfalls zum Leistungsumfang. Diese Versicherung ist speziell auf die technischen Besonderheiten von PV-Systemen zugeschnitten und schließt oft auch Zusatzkomponenten wie Stromspeicher mit ein.

Gebäudeversicherung und PV-Anlage

Viele Unternehmen gehen davon aus, dass ihre Gebäudeversicherung Ihre PV-Anlage ebenfalls mit abdeckt. Das ist aber nur teilweise korrekt. Die Gebäudeversicherung deckt in der Regel nur Standardrisiken wie Feuer oder Sturm ab. Der Schutz der PV-Anlage vor technischen Defekten, Vandalismus oder Ausfall ist meistens nur unzureichend. Eine eigenständige Versicherung Ihrer Photovoltaikanlage bietet einen deutlich höheren Versicherungsschutz.

Viele Tarife haben außerdem weitere Leistungen integriert wie die Übernahme von Reparatur- und Wiederbeschaffungskosten oder sogar den Schutz bei Naturkatastrophen wie Erdbeben und Überschwemmungen. Diese sind in den meisten Gebäudeversicherungen ausgeschlossen. Eine Gebäudeversicherung reicht für Photovoltaik daher in der Regel nicht.

Betreiberhaftpflichtversicherung für die Photovoltaikanlage

Neben dem Schutz der Anlage selbst ist auch die Haftung gegenüber Dritten ein wichtiger Aspekt. Eine Betreiberhaftpflichtversicherung greift, wenn durch die PV-Anlage Schäden an fremdem Eigentum oder Personen entstehen – etwa wenn durch einen Sturm ein Modul vom Dach fällt und einen Sach- oder Personenschaden verursacht. Besonders bei Anlagen auf Dächern von Mietimmobilien oder öffentlich zugänglichen Flächen ist diese Absicherung sehr wichtig. Besteht dieser Versicherungsschutz nicht, müssen Sie im Ernstfall mit hohen Haftungsschäden rechnen.

Welche Teile einer PV-Anlage sind versichert?

Auch diese Frage stellt sich bei der Auswahl einer geeigneten Photovoltaik-Versicherung. Jede Photovoltaikanlage besteht aus verschiedenen Komponenten, die zusammenwirken, um eine reibungslose Stromproduktion zu gewährleisten. Sie sollten daher darauf achten, dass der Schutz Ihrer PV-Versicherung alle wesentlichen Bauteile abdeckt.

Module, Wechselrichter und Speicher: Der technische Kern der Anlage

Jede Solaranlage besteht in der Regel aus diesen Komponenten:

  • Module: Die Solarmodule sind das Herzstück jeder Anlage. Sie wandeln Sonnenlicht in Strom um und sind ständig Witterungseinflüssen ausgesetzt.
  • Wechselrichter: Dieses Bauteil sorgt dafür, dass der produzierte Gleichstrom in nutzbaren Wechselstrom umgewandelt wird.
  • Stromspeicher: Speicherlösungen spielen eine zentrale Rolle bei der Maximierung des Eigenverbrauchs und der Unabhängigkeit vom Stromnetz.

Befestigungselemente und Verkabelung

Die Montagekonstruktion auf dem Dach sowie die Verkabelung der Anlage sind ebenfalls versichert. Schäden durch Materialermüdung, Witterungseinflüsse oder unsachgemäße Installation können kostspielig werden und sollten daher Teil des Versicherungsschutzes sein.

Zusatzkomponentenund Monitoring-Systeme

Moderne Photovoltaikanlagen sind meistens mit intelligenten Überwachungssystemen ausgestattet, die Fehler schnell erkennen und den Anlagenbetrieb optimieren. Besitzt Ihre Photovoltaikanlage diese Zusatzkomponenten, dann sollten sie ebenfalls über die Photovoltaik-Versicherung abgedeckt werden.

Welche Schäden deckt die Versicherung Ihrer PV-Anlage ab?

Da die Photovoltaikanlage im Freien installiert wird, können Schäden auf vielfältige Weise entstehen. Daher sollten Sie vor Abschluss der Photovoltaik-Versicherung an verschiedene Schadensszenarien denken, die Sie absichern.

  • Schäden durch Sturm, Hagel und Blitzeinschlag: Extreme Wetterereignisse gehören zu den häufigsten Ursachen für Schäden an PV-Anlagen. Starke Stürme können Module vom Dach reißen, während Hagel die empfindlichen Oberflächen der Solarmodule beschädigen kann. Ein Blitzeinschlag kann zudem Überspannungsschäden verursachen, die oft die gesamte Elektronik betreffen.
  • Schutz vor Brand- und Überspannungsschäden: Zu einem Brand kann es beispielsweise schon durch einen Blitzschlag kommen. Aber auch technische Defekte und Kurzschlüsse gehören zu den häufigen Ursachen. Eine gute Photovoltaikversicherung deckt diese Schäden in aller Regel ab.
  • Diebstahl, Vandalismus und Sabotage: Solarmodule und Wechselrichter sind wertvolle Komponenten, die auch Dieben ins Auge fallen. Eine gute Versicherung deckt nicht nur die Kosten für gestohlene Bauteile, sondern auch für Vandalismusschäden und gezielte Sabotage ab.
  • Absicherung gegen Ertragsausfall und finanzielle Folgeschäden: Ein oft unterschätztes Risiko ist der Ertragsausfall. Wenn die Anlage nach einem Schaden nicht mehr funktionstüchtig ist, kann auch kein Strom mehr erzeugt werden. Das ist für private Haushalte ärgerlich und schmälert den Ertrag, kann aber gerade für Unternehmen zum Wirtschaftsrisiko werden. Sie müssen zusätzliche Kosten für den Zukauf von Energie aufbringen und Verluste von Einnahmen aus der Stromproduktion oder der Einspeisung hinnehmen.

Versicherung einer PV-Anlage: die Kosten

Welche Versicherungskosten entstehen, ist je nach Versicherung und PV-Anlage unterschiedlich. Generell hängen sie von Faktoren wie der Anlagengröße, dem Standort und den Zusatzkomponenten ab. Besonders in sturm- oder hagelgefährdeten Regionen steigen die Beiträge, da das Risiko eines Schadens hier entsprechend höher ist. Auch zusätzliche Elemente wie Stromspeicher oder Monitoring-Systeme erhöhen den Gesamtwert des PV-Systems und damit die Kosten der Versicherung.

In der Regel liegen die Beiträge zwischen 0,5 und 1,5 Prozent des Anlagenwerts. Eine PV-Anlage im Wert von 100.000 Euro verursacht somit jährliche Versicherungskosten von etwa 500 bis 1.500 Euro. Es lohnt sich hier, ein Beratungsgespräch zu vereinbaren, um einen ausreichenden Versicherungsschutz zu bekommen und auch die Kosten richtig planen zu können.

Ausschlüsse und Fallstricke in der PV-Versicherung

Nicht jeder Schaden an einer Photovoltaikanlage wird automatisch von der Versicherung abgedeckt. Wie bei allen Versicherungen gibt es auch hier typische Ausschlussgründe. Dazu zählen beispielsweise Schäden, die durch eine mangelhafte Installation, eine fehlende Wartung oder eine unsachgemäße Bedienung entstanden sind. Auch Verschleißteile wie Wechselrichter, deren Lebensdauer begrenzt ist, sind nicht immer vollständig versichert.

Achtung: Zu niedrige Deckungssummen gefährden den Versicherungsschutz

Ein weiterer häufiger Fehler bei der Wahl der Versicherung ist eine zu niedrige Deckungssumme. Der in der Versicherungspolice vereinbarte Betrag, den die Versicherung im Schadensfall maximal zahlt, reicht nicht aus, um die tatsächlichen Kosten für die Wiederherstellung, den Ersatz oder den Schadensausgleich zu decken. Dies führt dazu, dass der Versicherungsnehmer im Schadensfall die Differenz zwischen den tatsächlichen Kosten und der Versicherungssumme selbst tragen muss.

Beispiel:
Wenn die Photovoltaikanlage einen Wert von 20.000 Euro hat, die Deckungssumme aber nur auf 15.000 Euro festgelegt ist, fehlen im Schadensfall 5.000 Euro. Die Versicherung zahlt in diesem Fall nur bis zur Höhe der Deckungssumme, also 15.000 Euro, unabhängig davon, dass der tatsächliche Schaden höher ist.

Zu diesem Szenario kommt es, wenn der Wert der Anlage falsch eingeschätzt wird. Oft wird die Versicherungssumme auch nicht regelmäßig an die steigenden Kosten oder an neue Komponenten und Erweiterungen angepasst. Eine solche Unterversicherung ist ein hohes Risiko und kann zu erheblichen finanziellen Mehrbelastungen führen.

Beratung und Auswahl des richtigen Versicherers für Ihre Photovoltaikanlage

Ein erfahrener Berater kann den richtigen Versicherungsschutz für gewerbliche Solaranlagen gewährleisten. Kriterien wie der Deckungsumfang, die Selbstbeteiligung und Ausschlüsse sollten unbedingt geprüft werden. Ein Vergleich mehrerer Policen verschiedener Versicherer hilft außerdem, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden.

Gewerbliche Photovoltaikanlage richtig versichern

Die Versicherung ist für eine Photovoltaikanlagen ein wichtiges Thema, damit finanzielle Risiken durch Schäden wie Sturm, Hagel o.ä. aufgefangen werden können. Während die Wohngebäudeversicherung oft keinen oder nur einen grundlegenden Schutz beispielsweise für Hagelschäden oder Diebstahl bietet, deckt eine eigene Photovoltaikversicherung auch technische Defekte, Ertragsausfälle und finanzielle Folgeschäden ab.

Wir empfehlen daher: Checken Sie die Police Ihrer Gebäudeversicherung, ob PV-Anlagen mitabgedeckt sind. Falls nicht oder nur unzureichend, denken Sie am besten über eine eigene Versicherung für Ihre Solaranlage nach. Um das beste Preis-Leistungs-Verhältnis ausfindig zu machen, lassen Sie sich beraten und vergleichen Sie verschiedene Versicherungsgeber. So können Sie Ihre Solaranlage entspannt absichern und von den Vorteilen Ihres Energiesystems langfristig profitieren.