Stromgestehungskosten: Was dahinter steckt

In der aktuellen Diskussion um die Energieversorgung rückt die Bedeutung der Stromgestehungskosten zunehmend in den Fokus. Photovoltaikanlagen in Deutschland zeigen dabei besonders deutlich die Wettbewerbsfähigkeit erneuerbarer Energien.
Laut Fraunhofer ISE liegen die Kosten aktuell zwischen 4,1 und 14,4 Cent pro kWh, wobei große Freiflächenanlagen die niedrigsten Werte erzielen. Mit nur 4,1 Cent pro kWh ist Photovoltaik bereits günstiger als viele fossile Kraftwerke. Durch technologische Fortschritte und politische Maßnahmen wird die Attraktivität erneuerbarer Energien weiter gesteigert.
Während die Kosten für erneuerbare Energien dank technologischer Entwicklungen sinken, steigen die Betriebskosten fossiler Kraftwerke durch die wachsenden CO₂-Preise weiter an. Dies erhöht die Attraktivität erneuerbarer Energien zusätzlich.Investoren und Unternehmen setzen daher verstärkt auf Technologien wie Solarenergie, die nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft sind.
Definition und Bedeutung der Stromgestehungskosten
Unter Stromgestehungskosten versteht man den durchschnittlichen Aufwand für die Erzeugung von Kilowattstunden (kWh) über die gesamte Lebensdauer einer Anlage. Diese Kennzahl berücksichtigt alle relevanten Faktoren wie Investitionen, Betrieb, Wartung sowie den Rückbau der Anlage.
Die Stromgestehungskosten sind ein zentraler Indikator für die wirtschaftliche Bewertung von Energieprojekten. Sie ermöglichen einen objektiven Kostenvergleich verschiedener Technologien und treiben so die Energiewende voran.
Die Stromgestehungskosten sind international als LevelizedCostofElectricity (LCOE) bekannt. LCOE ist unabhängig von der Art des Kraftwerks oder dem Standort und ermöglicht einen direkten Vergleich der verschiedenen Stromerzeugungstechnologien.
Warum Stromgestehungskosten für Unternehmen relevant sind
Die Energiewirtschaft und Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) nutzen die Stromgestehungskosten, um die Wettbewerbsfähigkeit von Technologien wie Photovoltaik oder Windkraft zu bewerten. Dieser Vergleich bildet die Grundlage für politische Strategien und Investitionen.
Für Unternehmen und Privatpersonen bieten sie eine transparente Basis, um die Rentabilität von Energieprojekten wie PV-Anlagen zu beurteilen. Sie zeigen, wie viel pro kWh erzeugtem Strom langfristig berechnet werden muss, und helfen dabei, kosteneffiziente und rentable Entscheidungen zu treffen. Niedrige Stromgestehungskosten bedeuten eine günstige und effiziente Stromerzeugung, was sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile mit sich bringt.
Wichtig zu wissen:Im Gegensatz zu Speicherkosten oder Netzkosten beziehen sich die Stromgestehungskosten ausschließlich auf die Erzeugung von Strom.
Die Berechnung von Gestehungskosten bei Photovoltaik-Anlagen
Die Formel zur Berechnung der Stromgestehungskosten lautet:
LCOE = Gesamtkosten der Anlage / Gesamtenergieerzeugung über die Lebensdauer
Dabei fließen alle Kosten ein, die im Betrieb einer Stromerzeugungsanlage anfallen, von der Planung bis zum Abbau der Anlage. Das Fraunhofer ISE hat diese Berechnungsgrundlage für Technologien wie PV-Systeme detailliert dokumentiert und hilft, diese transparent und nachvollziehbar darzustellen.
Diese Faktoren können Stromgestehungskosten bei PV beeinflussen
Die folgenden Faktoren sind hinsichtlich der Stromgestehungskosten relevant:
- Kapitalkosten und Finanzierung: Der Preis für Investitionen beeinflusst die Höhe der Stromgestehungskosten direkt. Bei PV-Anlagen sind die Kapitalkosten aufgrund der Modularität und einfachen Skalierbarkeit vergleichsweise niedrig.
- Betriebs- und Wartungskosten: Der Betrieb einer Anlage verursacht laufende Ausgaben. Besonders bei fossilen Energien können diese Kosten aufgrund von Brennstoffbedarf und häufigeren Wartungsintervallen hoch ausfallen.
- Abbau- und Entsorgungskosten: Diese spielen insbesondere bei Technologien wie Kernkraftwerken eine große Rolle, da die Entsorgung von Abfällen komplex und teuer ist.
- Brennstoffkosten: Der Preis für fossile Brennstoffe beeinflusst direkt den Aufwand pro kWh. Bei erneuerbaren Energien wie Photovoltaik fallen keine Brennstoffkosten an, was diese Technologie besonders attraktiv macht.
- Lebensdauer und Kapazitätsfaktor: Effiziente Anlagen, die länger laufen und eine hohe Auslastung erzielen, senken die Stromgestehungskosten. Hier liegt der Vorteil von PV-Anlagen, da diese in sonnigen Regionen hohe Kapazitätsfaktoren erreichen können.
Um die Einflussfaktoren auf die Stromgestehungskosten in der Praxis zu betrachten, ist es wichtig, die Auswirkungen dieser Faktoren in realen Anwendungsszenarien zu verstehen. Denn neben den theoretischen Berechnungen und Modellen kommen bei der Nutzung von Energieerzeugungsanlagen weitere praktische Aspekte zum Tragen.
Erneuerbare oder fossile Energien? Ein Kostenvergleich
Erneuerbare Energien wie Photovoltaik und Windkraft werden zunehmend wettbewerbsfähiger, sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht. Betrachtet man den gesamten Lebenszyklus, übertreffen sie fossile Technologien durch geringere Betriebs- und Wartungskosten sowie den Verzicht auf Brennstoffe. Photovoltaikanlagen und Windenergie sind dadurch inzwischen günstiger als viele fossile Kraftwerke – und damit langfristig die bessere Wahl. Gerade im Hinblick auf die Stromgestehungskosten, die bei PV-Anlagen zunehmend günstiger werden, ist dies ein entscheidender Faktor für Investoren.
Stromgestehungskosten in der Praxis
Unterschiedliche Technologien wie PV-Anlagen, Windkraftwerke oder fossile Kraftwerke haben laut aktueller Zahlen stark variierende Kosten:
- Photovoltaik (PV-Freiflächenanlagen): Die Stromgestehungskosten liegen derzeit in Deutschland zwischen 4,1 und 9,2 Cent pro kWh, was PV-Freiflächenanlagen zu einer der kostengünstigsten Technologien macht. Für kleine PV-Dachanlagen reichen die Kosten von 4,9 bis 10,4 Cent pro kWh.
- PV-Batteriesysteme: Hier zeigen sich große Unterschiede, mit Stromgestehungskosten zwischen 6,0 und 22,5 Cent pro kWh, abhängig von den Batteriepreisen (400 bis 1000 Euro pro kWh) und der Sonneneinstrahlung am Standort.
- Onshore-Windenergie: Die Stromgestehungskosten für Windkraftanlagen an Land bewegen sich zwischen 4,1 und 9,2 Cent pro kWh, was sie ebenfalls zu einer äußerst wettbewerbsfähigen Technologie macht.
- Biogas- und Biomassekraftwerke: Flexible Kraftwerke auf Basis von Biogas haben Kosten zwischen 20,2 und 32,5 Cent pro kWh, während Biomassekraftwerke mit 11,5 bis 23,5 Cent pro kWh deutlich günstiger sind.
- Wasserstoffbetriebene Gaskraftwerke: Im hochflexiblen Betrieb liegen die Stromgestehungskosten bei 23,6 bis 43,3 Cent pro kWh. Die hohen Werte resultieren aus den Kosten für CO₂-Zertifikate und Wasserstoffbeschaffung.
Die Daten zeigen, dass erneuerbare Energien wie PV und Onshore-Wind nicht nur die günstigsten Technologien sind, sondern auch im Kontext der Energiewende das größte Potenzial für Kostenreduktionen bieten.
Entwicklung der Stromgestehungskosten
Das Fraunhofer ISE hat dokumentiert, dass die Kosten für erneuerbare Energien wie Photovoltaik seit 2010 um bis zu 90 % gesunken sind. Diese Entwicklung ist das Resultat von technologischem Fortschritt und Skaleneffekten, die die Solarindustrie erheblich effizienter gemacht haben.
Zukünftige Prognosen zu Stromgestehungskosten
Eine wichtige Frage für Unternehmen, die langfristig Ihre Energieversorgung planen, ist, wie genau sich die Stromgestehungskosten weiterentwickeln werden. Hier spielen die technologische Entwicklung sowie die Energiewende eine entscheidende Rolle:
- Technologischer Fortschritt: Verbesserte Wirkungsgrade bei PV-Modulen könnten die Kosten pro kWh noch weiter senken.
- Energiewende: Niedrigere Stromgestehungskosten beschleunigen den Ausbau erneuerbarer Energien und tragen zu einer klimafreundlicheren und nachhaltigeren Energieversorgung bei.
Herausforderungen und Kritik an den Stromgestehungskosten
Jede Weiterentwicklung geht mit Herausforderungen einher. So ist auch die Berechnung und der Umgang mit den Stromgestehungskosten nicht frei von Kritik. Im Folgenden werden zwei Bereiche vorgestellt, in denen Optimierungen erforderlich sein können:
Externe Kosten: Die klassischen Stromgestehungskosten berücksichtigen keine Umweltfolgen wie CO₂-Emissionen. Dies wird zunehmend als Schwäche gesehen, da die wahren Kosten von fossilen Energien auch die Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt umfassen sollten.
Standortfaktoren: Geografische Bedingungen wie Sonneneinstrahlung und Windverhältnisse beeinflussen die tatsächlichen Kosten erheblich. In Regionen mit hoher Sonneneinstrahlung ist die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen deutlich besser.
Stromgestehungskosten erkennen und smart nutzen
Die Stromgestehungskosten sind eine unverzichtbare Kennzahl für die Energiewirtschaft. Dank sinkender Kosten pro kWh wird die Investition in erneuerbare Energien wie Photovoltaik zunehmend attraktiver. Unternehmen profitieren dabei von Kosteneffizienz und tragen aktiv zur Energiewende bei.
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